Vortrag für Rotary Kempten: Die Coachingmethode Clean Language

Großes Interesse. Hohe Aufmerksamkeit. Starke Resonanz.

„Ich denke noch viel darüber nach und ziehe Gewinn daraus.“ – so eine der Rückmeldungen der ca. 30 Teilnehmer (online und live).

Clean Language ist eine Zuhörmethode, eine lösungsorientierte Coaching- und Therapiemethode und eine Gesprächsführungsmethode, mit der man die Aufmerksamkeit des Gesprächspartner auf dessen eigene Gedanken lenken und zusammen mit ihm klären kann. Klienten erleben die Aufmerksamkeit als wertschätzend, wertvoll und hilfreich.

Für fast alle im Plenum war die Methode Clean Language neu. Clean Language ist anders als alle anderen Coaching- und Gesprächsführungsmethoden. Jeder der Teilnehmer setzte sich intensiv mit der Denkweise, Grundhaltung und Vorgehensweise von Clean Language auseinander. Daher war jede gestellte Frage, jede Verwunderung, jede ausgedrückte Irritation, jede Anmerkung des Einzelnen für alle von Mehrwert.

„Clean Language scheint ganz schön zeitintensiv zu sein. Wenn ich im Stress bin, werde ich nicht so gut zuhören können und habe auch keine Zeit dafür.“

In der Tat ist Clean Language eine sehr anspruchsvolle Coachingtechnik, die viel Konzentration benötigt. Es gibt aber unterschiedliche Intensitätsformen in der Anwendung:

  1. Die Grundhaltung von Clean Language. Sie ist immer anwendbar. Die Worte eines jeden Menschen haben eine starke Verbindung zu diesem. Jedes einzelne Wort eine tiefe Bedeutung, deren sich derjenige/diejenige, der sie benutzt in diesem Moment nicht bewusst ist. Wir als Zuhörer können genau zuhören und „Worte wörtlich nehmen“ und achtsam mit den Worten des Gesprächspartners umgehen, ohne sie zu verändern.
  2. Worte Aufgreifen und nachfragen. Das erfordert „expuisites Zuhören“, also sehr genaue Aufmerksamkeit. Ein oder zwei Clean Language Basisfragen zu einer Aussage zustellen geht immer.
  3. Wenn man mehr Clean Language Fragen stellt, benötigt es der Zustimmung des Klienten, weil dieser schon bei der zweiten Frage wahrnimmt, wie schnell die Fragen in die Tiefe gehen. Das sollte man nicht im öffentlichen Bus oder nebenbei im Supermarkt tun.
  4. Clean Language ist in erster Linie dafür da, damit der Klient, Patient, Kunde … mehr über sich erfährt, höhere Klarheit bekommt oder eigene Lösungen entwickelt. Daher ist die Methode für denjenigen, der sie anwendet eigentlich absichtslos. Man macht sich zum Werkzeug des Gesprächspartners und stellt sich in den Dienst dessen/deren. Das kann man auch als Verkäufer, Führungskraft oder Lehrer. Daher ist Clean Language vielfältig anwendbar, auch im Alltag.
  5. Die intensivste Form von Clean Language findet in Coaching- und Therapieprozessen statt. Hier benötigt man nicht nur Zeit für den Klienten (und auch dieser für sich), sondern auch dessen/deren explizite Zustimmung. Die intensive Form nennt sich „Clean Language & Symbolic Modelling“. Hier werden explizit Metaphern des Klienten aufgegriffen und damit gearbeitet. Wir betrachten sie genau und klären die Beschaffenheit der Metaphern und die Beziehungen zwischen diesen und dem Klienten. Diese Form nennen wir „Modellieren von Metaphern und Metaphern-Landkarten“.

Anhand von kleinen Beispielen, einer kurzen Coachingsequenz aus dem Alltag mit Kindern, einer Andeutung einer Gesprächsführung zur Bedarfsanalyse im Kundengespräch, dem Modellieren von Rechenstrategien mit Clean Language und einem kurzen Coachingbeispiel gab ich Einblick in Anwendungsmöglichkeiten von Clean Language.

Spannend fand ich z.B. auch die Frage

„Wie gewährleisten Sie mit Clean Language die Nachhaltigkeit des Coachingprozesses?“

Für mich als Coach, Organisationsentwickler und Personaltrainer eine wesentliche Frage. Bei der Arbeit mit Clean Language erlebe ich immer Nachhaltigkeit. Denn der Klient erhält durch die selbst erarbeiteten Ergebnisse nicht nur eigene, nachhaltige Lösungen, sonder er erlebt sich auch verändert. Es gibt kein Zurück mehr. Er wird sich auf den Weg der Veränderungen begeben.

  • Er oder sie wurde in den persönlichen Lösungsraum geführt. Die Klärung des sog. „Erwünschten Ergebnis“ durch die „Und was möchten Sie gerne, das[s] geschieht“ und das anschließende Modellieren des erwünschten Ergebnisses führt zu Erkenntnissen, die nicht umkehrbar sind.
  • Der Weg zum erwünschten Ergebnis ist modelliert und dem Klienten bekannt, tief mit Intuition und Gefühlen verbunden. Der Klient ist davon vorbehaltlos überzeugt, dass es der richtige Weg ist.
  • Mit Clean Language arbeiten wir mit dem Klienten zusammen in dessen Metaphernwelt, nicht am Klienten selbst. Das Modellieren von Metaphern führt zu einer von außen (und auch vom Klienten) nicht steuerbaren Lösungdynamik der klientenspezifischen Metaphern, die nicht reversibel ist. Wenn sich die Metaphernwelt des Klienten ändert, ändert sich der Klient. Das ist ein geschlossenes System.

Dies alles führt zu dauerhafter Veränderung. Und selbst, wenn er oder sie beim nächsten Coachingtermin noch nicht am Ziel sein sollte, kommt jeder Klient mit einer neuen oder veränderten Fragestellung in das Coaching. Er hat sich auf den Weg gemacht und dabei neue oder zusätzliche Hindernisse wahrgenommen, die dann im nächsten Schritt bearbeitet werden. Oder alles ist im Fluss und er oder sie hat deswegen ein neues Thema dabei.

Von allen Methoden, die ich bisher kennengelernt habe, verändert Clean Language den Klienten besonders wirkungsvoll und nachhaltig.

„Kann ich Clean Language auch als Verhandlungs- und Führungsmethode verwenden?“

Nein, zur aktiven Beeinflussung in irgendeine Richtung ist Clean Language nicht geeignet. Ganz im Gegenteil: Man stellt sich in den Dienst des Klienten. Allerdings kann man ihn oder sie durch klärende Fragen stärken, den eigenen Weg mit mehr Klarheit zu gehen oder beim persönlichen Erkenntnisgewinn unterstützen.

„Clean Language scheint die Eigenverantwortung des Klienten zu stärken.“

Das tut Clean Language in der Tat. Man gibt keine Tipps, keine Ratschläge, stellt keine Hypothesen auf. Jedes Zuhören, jedes Wiederholen von Worten und jede Frage zielt darauf hin, dass der/die Gesprächsteilnehmer/in sich geklärt, gelöst oder gestärkt selbst auf den Weg macht. Ein wichtiger Aspekt, der die Nachhaltigkeit und Wirkung von Clean Language unterstützt.

Rotary

Nach dem Vortrag erfuhr ich im vertraulichen Gespräch eindrucksvoll mehr über Rotary, die Werte, Grundhaltungen, Freundschaft und Prinzipien. Rotary tut Gutes für den jeweiligen Ortsverband, für die rotarischen Freunde und für die Gesellschaft. Still. im Hintergrund. Wirkungsvoll. Ich habe eine beeindruckende Gemeinschaft erlebt, die sich mit 1.200.000 Mitgliedern weltweit verantwortungsvoll für eine positive Entwicklung der kleinen und großen Welt einsetzt.

Nächster Vortrag

Mein nächster Vortrag findet am 12.11.20 um 18.30 h in der Fasshalle Kempten statt.

Rahmen: Speaking Dinner

Anmeldung und Veranstalter: Fasshalle Kempten
Die Anmeldung ist bald möglich. Gerne benachrichtige ich Sie, sobald diese dort freigeschaltet ist.

Mein Thema dort:

„Wie der Phönix aus der Asche!
Lassen Sie Ihren persönlichen Sinn des Lebens in Ihr Leben!
Bereit?

Bildnachweis

Bild von Rotary. Mit freundlicher Genehmigung. V.l.n.r. Dr. Hubert Lepperdinger, Hans-Peter Wellke

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Hans-Peter Wellke
Tel. 08376-921744
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